Hahner-Staffel in Frankfurt

Hahner-Staffel in Frankfurt

In Deutschland leben nahezu genauso viele Männer wie Frauen. Doch bei den großen Laufveranstaltungen ist das leider nicht ganz so sichtbar. Noch nicht. So zumindest die Überzeugung von unseren Nussknackern Anna und Lisa Hahner.

Am 28. Oktober fand in Frankfurt der Marathon statt. Unter dem Motto „Run the Skyline“ ging es 42,195km durch die Mainmetropole. Fast 27.000 Läufer waren gemeldet, entweder für die ganze Distanz oder als Staffel im Vierer-Team. Der Frauenanteil lag jedoch nur bei einem Fünftel. Zwei davon Anna und Lisa. Die beiden sind in einer Staffel gelaufen, um für den Frauenlangstreckenlauf zu werben. Und das Projekt haben sie zur Familiensache erklärt: Mit dabei, die eineinhalb Jahre ältere Schwester Natalie, und Cousine Paula, die gerade erst 14 Jahre alt geworden ist.

Laufen für das eigene Wohlbefinden 

„Laufen gibt uns so viel Energie und auch Selbstbewusstsein, daher wollen wir mehr Frauen ermutigen, die Laufschuhe zu schnüren. Und das nicht nur für sich alleine, sondern auch bei Wettkämpfen und sogar bei einem Marathon“, erzählt Anna von der Idee. Für Schwester Natalie ist das Laufen der optimale Ausgleich zum Beruf. „Laufen ist für mich eine tolle Möglichkeit, Zeit in der Natur und mit meinen Freunden zu verbringen.“ Cousine Paula ist im Leichtathletik Verein und läuft, springt und wirft. Für sie war es die erste große Laufveranstaltung – ein bisschen überwältigt, total begeistert und mit einem Rucksack voller Eindrücke ging es für sie am nächsten Tag wieder in die Schule. Und ein großer Traum ist an dem Tag entstanden: „Irgendwann möchte ich auch mal einen Marathon laufen.“

Wer sich bei einem Marathon anmeldet, der hat ein klares Ziel vor Augen. Dafür braucht es einen Plan, regelmäßiges Training, Begeisterung und Motivation. Und wenn man dann sein Ziel nach einem halben oder ganzen Jahr oder auch nach zwei Jahren erreicht, dann ist das ein super tolles Gefühl. Und das Gefühl sollte nicht nur den Männern vorbehalten sein. „Als wir mit dem Laufen begonnen hatten, haben wir immer wieder gehört, dass wir doch dünn genug seien“, berichtet Lisa. Sie verstehe, dass viele Menschen Laufen gleich mit Abnehmen verbinden. Das sei ja auch ein positiver Effekt, dass man gesund und fit sei und einen großen Energieumsatz habe. „Unser Antrieb war jedoch ein anderer. Wir wollten die Faszination Marathon live am eigenen Körper erleben.“ Der Cocktail an Emotionen nach einem Zieleinlauf sei mit nichts zu vergleichen. „Das ist eine Mischung aus Erschöpfung, Erleichterung, Stolz, Freude, Euphorie und Begeisterung. Einfach unbeschreiblich.“

Erste Wettkampfluft schnuppern

Ein guter Einstieg seien die Frauenläufe. Wer bisher noch keinen Wettkampf gemacht hat, der kann hier unter Gleichgesinnten ohne Druck und mit viel Spaß und Freude die erste Wettkampfluft schnuppern. „Dann ist die Nuss geknackt und die harte Schale an Ängsten und unbegründeten Vorurteilen geöffnet“, erklärt Lisa mit einem Schmunzeln. Der Funke springt dann schnell über. „Egal wie viele Leute mit an der Startlinie stehen und wie viele Zuschauer es gibt oder Menschen, die das Rennen verfolgen – In erster Linie rennen wir für uns selbst, für unsere eigenen Ziele, für unser Gefühl. Für unser Glück.“

Fotograf: Joachim Storch

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